DEGU-ZUCHTVEREIN E.V.

Farben

Bei Degus gibt es bisher 8 bekannte Hauptfarben, sowie verschiedene Scheckungsgrade (Weißanteile). Der Verein möchte an dieser Stelle die Farben möglichst genau definieren, um eine einheitliche Bezeichnung zu etablieren.

Züchter sollten sich sehr genau über die Farb- und Schecken Varianten des Degus und deren Vererbung informieren.

Bennenung von Farben

Die Ursprüngliche Fellzeichnung eines Degus ist Agouti (wildfarben). Inzwischen sind auch die Farben  Blau-/ Blue Agouti (anthrazitgrau bis stahlblau), Sand-/ Rot (lehmfarben bis sandsteinfarben), Cream (heller rot-/sandton mit grau) und Schwarze, sowie darauf basierende Farbvarianten wie Schoko, Blau Non Agouti, Lilac aufgetreten. Zusätzlich haben sich verschiedene Scheckungsarten, die von Blessen, Punktschecken, Starkschecken bis hin zu Superschecken reichen, entwickelt.

Agouti Farben

Agouti

Agouti ist die Wildfarbe des Degus. Das Fell zeigt ein so genanntes „Ticking“. Das bedeutet, dass jedes Haar eine Bänderung aus mindestens zwei verschiedenen Farben aufweist. Bei Agouti sind dies rötlichgelb und schwarz, wodurch die Haare braunschwarz erscheinen; der Bauch ist dabei heller gefärbt. Die Augen sind schwarz. Die Wildfarbe Agouti vererbt sich dominant, die Haare sind braun in der Mitte und grau/schwarzbraun an der Spitze und in der Unterwolle. Um die Augen herum, an den Ohren, am Bauch und am Hals ist das Fell deutlich heller. Der Agoutilocus (a) ist das Gen für das Agouti signaling peptide (ASIP), dessen Funktion gleichzeitig durch den Melanocortinrezeptor 1 (MC1R) beeinflusst wird, der vom Extension-Locus (E) verschlüsselt wird.

Non-Agouti Farben

Schwarz

Die Schwarz-Mutation bewirkt, dass das schwarze Eumelanin sich von der Wurzel bis zur Spitze im gesamten Haar ausbreitet, während das gelbe Phäomelanin nicht mehr sichtbar ist. Somit hat Non-Agouti genau den gegenteiligen Effekt zu der Rotaufhellung (Sand). Durch Mutationen des Agouti-Locus können die schwarzen Bereiche in der Fellzeichnung vergrößert werden (Nigrismus) bis im Extremfall der gesamte Körper schwarz ist (Skotasmus). Es entsteht also ein "Melanismus" in unterschiedlichem Ausmaß. Der durch den Agoutilocus hervorgerufene Melanismus wird rezessiv vererbt. Schwarze Degus, die andere Farben tragen (z. B. Sand), können häufig leicht verfärbt sein. Rostfarbene Flecken zeigen oft einen Hinweis auf die rezessiven Farbträgereigenschaft.

Blau Agouti (Blau)

Blau ist die erste Farbvariante, die Anfang der Jahrtausendwende erstmals gezüchtet wurde. Die Farbe vererbt sich rezessiv und bewirkt homozygot eine Aufhellung des gesamten Fells. Diese Mutation ist höchstwahrscheinlich aufgrund einer Mutation im Farbgen der Agoutis, die den braunen und grauen Teil der Mantelfarbe getrennt hat, entstanden. Auch hier ist die Farbe des Fells um die Augen herum, an den Ohren, am Bauch und am Hals deutlich heller. Betrachtet man die Blau-Varianten bei anderen Tierarten, ist davon auszugehen, dass es sich bei allen um die gleiche Mutation, namens Dilution (d/d), handelt. Als Dilute-Gen (engl. dilute „verdünnen“) oder Verdünnungsgen werden bei unterschiedlichen Tierarten verschiedene Gene bezeichnet, deren Mutationen zu einer Aufhellung der Intensität der Fellfarbe führen.

Blau Non-Agouti (BNA)

Auch bekannt als BNA oder Slate Blue. Dabei handelt es sich um eine Nicht-Agouti Mutation durch die Verdünnung mit dem Blauen Gen. Das verdünnte Gen ergibt in der Folge viele verschiedene Blautöne, von sehr blass mit weißer Grundierung bis hin zu tiefem Schiefer Blau (britisches Blau). Die verschiedenen Blautöne sind hierbei keine neue Farbe, sondern nur eine Farbvariation. Die verschiedenen Farbtöne sind normalerweise auf Modifikatoren zurückzuführen, nicht auf unterschiedliche Gene. In der Zukunft werden die verschiedenen Farbtöne sehr wahrscheinlich neue Bezeichnungen erhalten.

Sand

Die Farbe Sand ist die zweite Farbmutation, die bei Degus Mitte der Nullerjahre erstmal aufgetreten ist. Die Farbe vererbt sich rezessiv. Die Aufhellung der Fellfarbe um die Augen, an den Ohren, am Bauch und am Hals ist hier nur noch schwach zu erkennen. Die Extension-Mutation ist rezessiv und bewirkt homozygot die Ausbreitung des roten Phäomelanins im gesamten Haar, so dass gar kein dunkles Eumelanin mehr sichtbar ist.

Schoko

Echtes Schoko ist eine Non-Agouti Mutation und wird durch das (b - braune) Gen verursacht. Dabei kommt es zu einer dunkelbraunen Verdünnung (mit Farbvariationen) des schwarzen Pigments im Fell. Es handelt sich dabei um ein einfaches rezessives Gen, daher muss es von beiden Elternteilen vererbt werden um aufzutreten. Als Jungtier ist die echte "Schokoladenfarbe" sehr ausgeprägt.

Cream

Die Farbe Cream/Crème bei Degus ist durch die Verpaarungen von Sandfarbenen und Blauen Tieren mit entsprechenden Trägereigenschaften entstanden. Das Fell ist heller, als das bei Sandfarbenen (Roten) Degus. Der Farbton erinnert an Champagner und wird im englisch-sprachigem Raum auch häufig so benannt. Wenn die Degus ausgewachsen sind, verändert sich die Fellfarbe und wird dunkler, die Haarspitzen färben sich gräulich.

Lilac

Lilac ist eine Non-Agouti Mutation mit zwei Kopien des Schokogens und zwei Kopien des blauen Gens, Phenotyp: Chocolate-Dilution, Blue Non Agouti-Dilution. Die Farbe sollte genau zwischen Blau und Schoko liegen. Ein schimmerndes gleichmäßiges grau-silber, keinesfalls matt oder blau/bräunlich verfärbt, ist bei der Farbe Lilac erwünscht.

Weiß & Bicolore/Tricolore

Weiß

Die Weiße Farbe ist keine Albino Mutation, sondern ein Zuchtergebnis der Verdünnung von der Sandfarbenen Extension mit der Blauen Dilution. Es wird unterschieden in "rein weiß", hierbei weisen die Augenränder und Ohren keinerlei Farbpigmente auf und "fast weiß". Bei letzterem sind an den Augenrändern und Ohren noch Farbpigmente zu sehen. Das Fell muss jedoch rein weiß sein. Sobald das Fell (z. B. um die Augen herum) Farbe aufweist, handelt es sich nicht um einen weißen Degu, sondern um einen jeweiligen Superschecken seiner Grundfarbe.

Bicolore (zweifarbig)

Bicolore sind seltener als Tricolore, hierbei versteht man ein Degu in Unifarben (ohne Scheckung) mit 2 Farben die normal nicht zusammen erscheinen. Bicolore Degus treten bisher nur aus zufälliger Verpaarung auf. Oft ist zu beobachten, dass diese Degus nach den ersten Fellwechseln, ca. ab 1,5 Jahren ihre zweite Fellfarbe verlieren oder diese deutlich schwächer wird.

Tricolore (dreifarbig)

Als Tricolor bezeichnet man dreifarbiges Fell bei Tieren. Dabei sollen deutlich 3 Farben (Weiß zählt hierbei als Farbe) zu sehen sein, je klarer die Abgrenzung umso besser. Vermischte Farben oder einzelne Haare gelten hierbei nicht als dreifarbig. Tricolore Degus treten bisher nur aus zufälliger Verpaarung auf. Auch nach gezielten Test-Verpaarungen konnten dreifarbig gefärbte Degus bislang nicht nachgezüchtet werden.

Scheckungen

Je nach Weißanteil werden Degus unterschiedlich bezeichnet: Schecke, Starkschecke oder Superschecke. Bei Tieren mit sehr hohem Weißanteil sind oft nur rund um Augen, Ohren und am Schwanz Haarpartien mit einer Restfärbung zu erkennen.

Schecke (Punktschecke/Blesse): sobald Weißanteil zu sehen ist

Starkschecke: ca. ab 40-70% Weißanteil

Superschecke: ca. ab 80% Weißanteil

Aktuell werden Degus, die nur am Bauch, Brust oder Genitalien weiße Fellfarbe aufweisen, nicht als Schecken gezählt.

Schecke (Punktschecke/Blesse)

Starkschecke

Superschecke

Mischfarben / Fehlfarben

Als Mischfarbe bzw. Fehlfarbe werden in der Zucht Fellfärbungen bezeichnet, die im Rassestandard nicht vorgesehen sind. Da es bei Degus bisher keine definierte Festlegung der einzelnen Farbtöne gibt, kommt die Mischfarbe immer wieder vor.

Aus züchterischer Sicht sind Mischfarben, also Fellfarben die zu sehr miteinander vermischt sind nicht zielführend. Dennoch sind sie bei vielen Züchtern und Liebhabern aufgrund ihres besonderen Aussehens beliebt.