DEGU-ZUCHTVEREIN E.V.

Themen & Gedanken

vor der Anschaffung

Degus sind als Haustiere eine sehr gute Alternative zu Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Hasen oder sonstigen Kleintieren, denn sie haben einen großen Vorteil: Degus riechen nicht schon nach einer Woche unangenehm!

ABER – Degus sind sehr anspruchsvolle Tiere in der Haltung und haben strenge soziale Regeln, die auch teils aggressiv untereinander umgesetzt werden. Daher sollte man sich vor der Anschaffung bereits gut informieren.

Allgemein kann man sagen, dass Degus pflegeleichte Haustiere sind. Eine Reinigung des Käfigs erfolgt je nach Verschmutzung und Anzahl der Degus alle paar Monate. Wasser sollte spätestens alle 2 Tage erneuert werden und Futter, je nach Hunger der Degus, alle 1-3 Tage aufgefüllt werden.

Die Urlaubsbetreuung bei Degus ist auch für Nicht-Degu-Besitzer keine große Herausforderung. Käfig auf – Futter und Wasser raus – auffüllen – wieder rein in den Käfig – fertig. Dazu noch diese niedlichen großen Ohren und Kulleraugen mit dem langen schönen puscheligen Schwanz und diese ganze Farbenvielfalt!

Genau aus diesen Gründen verlieben sich viele Menschen und schaffen sich Degus an, ohne vorher genauere Informationen einzuholen. Wir klären auf!

Fragen vor der Anschaffung

  • Kann ich den Tieren mindestens 5-8 Jahre ein Zuhause geben?
  • Kann ich mich täglich oder so oft wie möglich um sie kümmern?
  • Kann und will ich die Anschaffungs-, Unterhalts- und Tierarztkosten tragen?
  • Habe ich genug Platz und einen geeigneten Standort, um ein artgerechtes Zuhause zu bieten?
  • Kaufe ich einen zweiten Käfig, wenn sich die Gruppe zerstreitet oder gebe ich dann alle ab?
  • Liegt eine Allergie gegen Heu oder Tiere in der Familie vor?
  • Kann jemand während Urlaubszeit meine Tiere versorgen?

Wie viele Degus sollte ich halten?

Wilde Degus leben in Gruppen/Kolonien zusammen. Diese Gruppen sind erweiterte Familiengruppen und setzen sich aus 2-7 Tieren zusammen. 

Da Degus sehr soziale Tiere sind, müssen sie mindestens Paarweise gehalten werden. Die sozialen Strukturen kann man jedoch erst ab einer größeren Gruppe von 3-5 Tieren besser beobachten. Ab einer Gruppengröße von 3 Jungtieren wird empfohlen ein erwachsenes Tier mit in die Gruppe zu nehmen, um eine bessere Sozialisierung zu gewährleisten. Eine Einzelhaltung ist wegen der ausgeprägten Sozialstruktur der Degus, egal welchen Alters, als nicht artgerecht anzusehen und daher abzulehnen.

Gleichgeschlechtliche Gruppen

Um Nachwuchs zu vermeiden sollte eine gleichgeschlechtliche Gruppe gehalten werden. Bestenfalls wachsen die Tiere gemeinsam auf oder werden in jungem Alter zusammengesetzt. Geschwister aus einem Wurf oder zusammen mit den vorherigen Würfen sind bestens geeignet. Eine gute Gruppengröße liegt bei 3 bis 5 Tieren, je nach Käfiggröße.

Gemischte Gruppen

Mehrere Böcke und nur ein oder zwei Weibchen werden nicht funktionieren. Daher geht es bei Degus meist nur andersrum. Der Bock sollte bereits vorab kastriert werden (min. 6-8 Wochen bevor er zu den Weibchen kommt), um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Es ist ratsam, zwei bis drei Weibchen mit einem Kastraten zu vergesellschaften.

Von einer Kastration wird jedoch generell abgeraten, da diese teuer und oft mit schweren Komplikationen oder Folgen verbunden ist – eine unnötige Kastration nur um eine gemischte Gruppe zu halten, sollte keinem Tier angetan werden.

Anfängern wird geraten eine Gruppe mit 3-4 Degus ab 1 Jahr aufwärts aufzunehmen. Dadurch, dass die Tiere bereits aus der Pubertät sind, gibt es weniger potential für Streit.

Ob nun Männchen oder Weibchen ist also egal, es sollten nur immer gleichgeschlechtliche Tiere in einer Gruppe oder ein kastrierter Bock mit mehreren Weibchen sein, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden.

Der Alltag mit Degus

Degus sind tagaktive Tiere, die sich jedoch den Aktivitätszeiten des Menschen anpassen. Wir nennen die Degus gerne „menschaktiv“. Sie wechseln mehrmals täglich zwischen Schlafen, Fressen und Spielen hin und her.

Kuscheln und Kunststücke, ist das möglich?

Degus sind nicht vergleichbar mit Hasen oder anderen beliebten Kleintieren, Degus werden nicht für längere Zeit auf einer Stelle sitzen bleiben und sich ausgiebig streicheln lassen. Als Kuscheltiere für Kinder sind Degus daher ungeeignet. Bei täglicher Beschäftigung und Gewöhnung an den Menschen können Degus leichte Kunststückchen lernen, klettern auf Dir herum oder setzen sich für ein Leckerli auf deine Hand.

Degus sind sehr soziale Tiere und können bei täglichem Umgang mit dem Menschen sehr zahm werden.

Streitbereitschaft von Degus

Die generelle Bereitschaft von Degus zu kämpfen muss an dieser Stelle bereits erwähnt werden. In der Pubertät von ca. 5 Monaten bis 1 Jahr, neigen viele Degus zu Rangkämpfen, die durchaus mit Verletzungen enden können. Eine Trennung durch ein Trenngitter muss immer mit eingeplant werden; eine Vergesellschaftung zurück zur Gruppe muss mit viel Geduld angegangen werden und kann unter Umständen Wochen oder Monate dauern.

Die wichtigste Frage

Wo kaufe ich am besten neue Degus?

Dir ist es wichtig, woher deine neuen Familienmitglieder kommen? Du willst nicht in der Zoohandlung kaufen? Genauso gewissenhaft solltest Du bitte überlegen, bei welchem „Züchter“ Du deine Tiere kaufen möchtest. Denn nur weil kein Zoohandlungsname darübersteht, kann es immer noch ein unseriöser Züchter sein. Im Internet kann Jeder auf seiner eigenen Homepage schreiben was er möchte, wie z.B. „ich züchte seit Jahren verantwortungsvoll“ – „ich bin kein Vermehrer“ etc. Diese Aussagen klingen gut, dennoch sollte ein Käufer ganz genau hinschauen und vor allem hinterfragen.

Die wichtigste Regel: Habe den Mut abzusagen und ohne Tiere nach Hause zu gehen. Jedes Tier, das Du mitnimmst, bietet Platz für neue Tiere.

Seriöse Züchter erkennen

Ein guter Züchter achtet auf…

  • ausreichenden Platz/Käfiggrößen, mind. 0,5qm² pro Degu,
  • artgerecht eingerichtete und saubere Käfige mit Tageslichtstandort,
  • artgerechtes Futter und kein billiges Pellet Futter,
  • ausreichende Zuchtpausen der Zuchtweibchen, nicht mehr als 4 Würfe in 2 Jahren,
  • ausreichendes Alter der Zuchtweibchen, frühestens ab 6 Monaten,
  • ausreichend Gesellschaft für Weibchen und Männchen,

 

und besitzt ausreichende Kenntnisse über Genetik, kann die Farben richtig Benennen und erkennt Qualzuchten.

Detaillierte Informationen zum Unterschied zwischen Züchter & Vermehrer

Tipps bei der Züchterwahl

Vor der Reservierung:

  • Kontrolliere auf der Homepage des Züchters ob ALLE Würfe aufgelistet und transparent zur Einsicht sind (unseriöse Züchter haben immer nur aktuelle Jungtiere auf der Seite, um Rückschlüsse über die Anzahl der Würfe zu vermeiden)
  • Erkundige Dich über die Wurfanzahl, das Alter und die Herkunft des Muttertieres
  • Lass Dir bestenfalls Fotos der Elterntiere schicken
  • Frage nach dem Futter, das der Züchter verwendet
  • Frage beim Degu Zuchtverein e. V. nach Rat oder lasse Dir die Seriosität des Züchters bestätigen

Bei persönlicher Abholung:

  • Lass Dir die Käfige zeigen, schaue Dir an, wo die Tiere aufgewachsen sind
  • Lass Dir das Futter zeigen
  • Lass dir vom Züchter den Geschlechterunterschied zeigen – kontrolliere Deine Degus

Woher stammen die Elterntiere?
Eine sorgfältige Auswahl der Zuchttiere ist elementar wichtig für eine gesunde Zuchtlinie. Ein sofortiger Ausschluss des Kaufes ist die Antwort „Zoohandel, Tierheim, Privat, Unbekannt“. Die Zuchttiere müssen einen Abstammungsnachweis haben.

Was füttert der Züchter?
Der Züchter sollte keinesfalls Obst, eine getreidehaltige Fertigmischung oder Pellets füttern.

Wie hält der Züchter seine Degus?
Prüfung der Haltungsbedingungen/Käfige. Die Mindestmaße von 0,5 qm durchgängiger Lauffläche pro Degu sollten eingehalten werden. Die Käfige sollten sauber und nicht verdreckt sein.

Sind Krankheiten der Eltern bekannt?
Selektierung nach Gesundheit und Charakter. Besonders häufig sind Zahnprobleme aufgrund schlechter Gene.

Bei Fragen oder benötigter Hilfe zögern Sie nicht und kontaktieren uns